AUSSTELLUNG

„Format Postkarte. Illustrierte Korrespondenzen, 1900 bis 1936“

Photoinstitut Bonartes: 22. Oktober 2014 – 13. Februar 2015 (Vernissage: 21. Oktober, 19 Uhr)

GrazMuseum: 12. März – 15. Juni 2015 (Vernissage: 11. März)

 

Rahmenprogramm:


Dienstag, 18. November 2014, 18 Uhr
Christian Mayer
Postcard on the Run

Postkarten sind seit den Avantgarden des frühen 20. Jahrhunderts ein häufig verwendetes Medium in der Kunstgeschichte gewesen. Anhand eigener Arbeiten und Beispielen von anderen KünstlerInnen wird Christian Mayer der Frage nachgehen, inwieweit die Postkarte auch in unserem digitalen Zeitalter für die zeitgenössische Kunst noch von Interesse sein kann.

 

Dienstag, 9. Dezember 2014, 18 Uhr
Peter Pfrunder
»… damit Du weisst, dass ich noch am Leben bin.« Fotopostkarten von der Schweizer Grenzbesetzung zur Zeit des Ersten Weltkriegs

Die Fotopostkarte gehört zu den wichtigsten visuellen Quellen der Jahre 1914 bis 18. In der Schweiz trieb sie besondere Blüten als eine Art Beruhigungsmittel, trug aber auch entscheidend zur Popularisierung der Fotografie bei.

 

Donnerstag, 15. Jänner 2015, 18 Uhr
Robert Fürhacker
Vom Riesenrad über Albanien und die Hungerkünstler nach Carnuntum – die Genese einer Postkartensammlung

Anhand von Beispielen und reichhaltigem Bildmaterial führt der Vortrag in die Entstehung und Schwerpunktentwicklung einer privaten Postkartensammlung ein.

 

Dienstag, 27. Jänner 2015, 18 Uhr
Peter Payer
Wien bei Nacht. Zur Entstehung und Verbreitung eines Stadtimages

Das Bild der nächtlichen Großstadt entwickelte sich um 1900 zu einem neuen Topos im Stadtmarketing. Der Vortrag zeigt am Beispiel von Wien die Genese des neuen Stadtimages und seine Ausdifferenzierung im Medium der Postkarte.

 

Dienstag, 3. Februar 2015, 18 Uhr
Eva Tropper
Das Postkartenalbum als Ordnungsraum: Sammelpraktiken um 1900

Um 1900 wurden Postkarten zu einem beliebten Sammelobjekt, dem das Potenzial zugeschrieben wurde, Wissen über die Welt zu erzeugen. Wie wurden sie getauscht, geordnet und verwahrt?


Veranstaltungsort ist jeweils das Institut. Aufgrund der beschränkten Plätze bitten wir um Voranmeldung für die Vorträge unter T. +43-1/236 02 93-40 oder info@bonartes.org


Vergangene Veranstaltungen:

WORKSHOP

„Identifizierung und Datierung von illustrierten Postkarten“

22.–24. April 2013 in Kooperation mit dem Steiermärkischen Landesarchiv, Graz

17.–19. Juni 2013 Photoinstitut Bonartes, Wien

 

Der dreitägige Workshop bietet Anleitungen zur Datierung und Identifizierung von illustrierten Postkarten. Anhand von konkreten Beispielen und gemeinsam mit Experten soll die kritische Verknüpfung der unterschiedlichen medialen Ebenen von Postkarten erlernt werden. Der Workshop richtet sich an Personen, die sich sowohl im nichtwissenschaftlichen wie im wissenschaftlichen Kontext mit dem Sammeln, der Archivierung oder Katalogisierung von illustrierten Postkarten beschäftigen oder diese in einem weiten Sinne für ihre Arbeit nutzen.

 

Modul 1 // Bildformen und Bildinhalte

Referent: Dr. h.c. Timm Starl
Das Modul qualifiziert dazu, Postkarten über eine Einschätzung ihrer gestalterischen Aspekte historisch einzuordnen. Vorgestellt werden Kartenmaße und Abbildungsgrößen, Sonderformen, zeittypische grafische und fotografische Darstellungsweisen von Personen, Bauwerken, Landschaften sowie signifikante Veränderungen in der Art, wie Motive präsentiert worden sind. Vermittelt wird darüber hinaus das Erkennen der Produzenten und Produzentinnen (Künstler/Künstlerinnen, Fotografen/Fotografinnen, Firmen und Privatpersonen) sowie der Umgang mit Literatur und Datenbanken.

 

Modul 2 // Reproduktionsverfahren

Referent: Mag. Andreas Gruber
In diesem Modul werden die für die Herstellung von Postkarten am häufigsten eingesetzten Reproduktionsverfahren vorgestellt. Durch die konkrete Arbeit an Postkarten wird erlernt, diese zu identifizieren und voneinander zu unterscheiden. Behandelt werden nicht-fotografische Druckverfahren (wie Lithografie), fotomechanische Reproduktionsverfahren (wie Lichtdruck, Autotypie), Arten von fotografischen Originalabzügen aus Einzelfertigung und Massenproduktion sowie Sorten von Fotopapieren, wobei jeweils auch die ungefähre zeitliche Eingrenzung ihres Vorkommens besprochen wird.

 

Modul 3 // Texte, Vordrucke, Schrift

Referentin: Mag. Eva Tropper
Hier wird danach gefragt, wie auch die Text- bzw. Schriftdimension von Postkarten für eine historische Eingrenzung herangezogen werden kann. Besprochen werden einerseits Aspekte der Individualtexte, wie der Wandel von Gruß- und Anredeformen, sprachlichen Formulierungen oder Konventionen der Adressierung. Andererseits gilt es, die Signifikanz druckschriftlicher Elemente auf Postkarten zu erkennen: So können die Form und der Ort der Aufdrucke, die Vorgabe von Schreibfeldern oder wechselnde typografische Moden Hinweise auf die Entstehungszeit der jeweiligen Karte geben.

 

Modul 4 // Wertzeichen und Stempel

Referent: Dkfm. Herbert Nessler
Im vierten Modul schließlich wird die postalische Dimension der illustrierten Postkarte besprochen. Ist die Karte postalisch befördert worden, der Poststempel aber nicht entzifferbar, können weitere Kriterien für eine historische Eingrenzung herangezogen werden: Der Ausgabetag und die Laufzeiten von Briefmarken etwa, aber auch Gebührenperioden und Sondertarife, Typen und Inschriften von Poststempeln oder Schreibweisen von Ortsnamen. Vorgestellt wird zudem, welche philatelistische Fachliteratur zur Verfügung steht und wie diese zu verwenden ist.

 

Der Workshop vermittelt ein Basiswissen zum Thema, wobei ein Schwerpunkt auf der Praxis liegt und daher auch eigene Postkarten zur Besprechung mitgebracht werden können.