Dezember 2018

Das Programm für Heute. ZS für Film u. Theater Gmbh, Frankfurt/M.: Filmprogramm „Petterson und Brendel“, Hammer Tonfilm Verlag GmbH, Berlin, 1933, Faltblatt, 22x65,4 cm, Abb. Autotypie, beigeheftete „Künstler-Postkarte“ „Adolf Jahr“, Tiefdr., Priv.-Slg.

Das Programm für Heute. ZS für Film u. Theater Gmbh, Frankfurt/M.: Filmprogramm „Petterson und Brendel“, Hammer Tonfilm Verlag GmbH, Berlin, 1933, Faltblatt, 22x65,4 cm, Abb. Autotypie, beigeheftete „Künstler-Postkarte“ „Adolf Jahr“, Tiefdr., Priv.-Slg. Das Programm für Heute. ZS für Film u. Theater Gmbh, Frankfurt/M.: Filmprogramm „Petterson und Brendel“, Hammer Tonfilm Verlag GmbH, Berlin, 1933, Faltblatt, 22x65,4 cm, Abb. Autotypie, beigeheftete „Künstler-Postkarte“ „Adolf Jahr“, Tiefdr., Priv.-Slg.

Im Gleichschritt

Im Zuge der aufkommenden Begeisterung für das Kino in den 1920er-Jahren haben zwei Massenmedien stark reüssiert: das Filmprogramm sowie die Postkarte mit Wiedergaben von darstellenden Künstlern und Künstlerinnen. In beiden Fällen war die Fotografie dem höheren Lob des Films verschrieben und gab daneben ein formidables Objekt für Sammler ab. Sie wirkten von den 1920er bis zu den 50er-Jahren nebeneinander und bezogen ihr Bildmaterial teilweise aus denselben Quellen. Sie übernahmen je unterschiedliche Rollen in der Reklame und traten daher auch nur ausnahmsweise gemeinsam auf: so in einem „Programm von Heute“ zu dem Film „Moskau – Shanghai“ aus dem Jahr 1936, auf dessen Umschlag ein Porträt der Hauptdarstellerin Pola Negri, das gleichzeitig als beiliegende illustrierte Postkarte vertrieben wurde, abgebildet war.

In Berlin brachte die Firma „Ross“ mit Abstand am meisten Porträts von Prominenten aus Bühne und Film hervor. 1912 gegründet, vertrieb sie ihre braun getönten, maschinell hergestellten Originalabzüge zunächst auch unter dem Namen „Rotophot“. Die als „Ross“-Karten bekannten Bildpostkarten erschienen ab 1919, wobei von 1925 an alle zwei Jahre im Tausendersprung eine neue Nummerierung begonnen wurde, so dass man 1936 bei Zahlen ab 9.000 angelangt war. Sollte auch nur ein Drittel der Nummernkreise belegt gewesen sein, wären in den zwölf Jahren etwa 3.000 unterschiedliche Serien in Umlauf gekommen. Dabei muss noch berücksichtigt werden, dass innerhalb einer Serie mehrere Motive, oft sechs und mehr, angeboten wurden.

Die an den Kinokassen vertriebenen Filmprogramme enthielten Angaben zum jeweils vorgeführten Film: die Namen der an der Produktion beteiligten Personen und Unternehmen, ein Verzeichnis der Darsteller und eine Inhaltsbeschreibung. Illustriert waren sie mit Bildnissen der Akteure sowie Szenen aus dem Film, die eigens nachgestellt und von sogenannten Standfotografen aufgenommen worden waren. Am erfolgreichsten war der Illustrierte Film-Kurier, der in unterschiedlichen Ausgaben und Aufmachungen in Berlin und Wien auf den Markt kam. Die deutschen Programme erschienen von 1919 bis 1944, die österreichischen von 1930 bis 1938 und als Neuer Illustrierter Film-Kurier von 1945 bis 1956. Zur Auflagenhöhe liegen keine Daten vor. Nachdem aber in jedem Kino bei jeder Vorstellung desselben Films jeweils Hefte aufgelegen haben – zumindest in den Städten –, kann man insgesamt mehrere Millionen verkaufte Exemplare annehmen.

Für den gemeinsamen Auftritt der beiden Medien kreierte man zunächst eine besondere Form: Gegenüber den gängigen Programmen wurde ein etwas größeres Format gewählt und das Faltblatt aus drei Teilen – statt üblicherweise zwei – gebildet. Die beigegebene Bildpostkarte mit einem Porträt eines der Darsteller oder einer der Darstellerinnen erfolgte nicht als lose Beilage, sondern wurde an einem dafür vorgesehenen leeren Platz an einem Eck so angeklebt, dass sie ohne weiteres abzulösen war. Das Deckblatt des Programms war mit einem Ausschnitt versehen, so dass das Bild des Stars wie durch ein Passepartout hervorgehoben wurde. Diese in Material und Herstellung aufwendige Version – wie unser Beispiel aus dem Jahr 1933 augenscheinlich werden lässt – machte das Filmprogramm entsprechend teurer, hielt sich nicht lange und wurde bald eingestellt.

 

(Timm Starl)

 

Das Programm für Heute. Zeitschrift für Film u. Theater Gmbh, Frankfurt/M.: Filmprogramm „Petterson und Brendel“, Hammer Tonfilm Verlag G.m.b.H., Berlin, 1933, Faltblatt, 22 x 65,4 cm, Abbildungen Autotypie, mit beigehefteter „Künstler-Postkarte“ „Adolf Jahr“, Tiefdruck; Privatsammlung

Zurück